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Mein Weg zur Autorin

Nachricht von den Sternen

Zwischen Hoffnung und Verzweiflung

Unter ein Manuskript das Wort Ende zu setzen, ist ein wahnsinnig schönes Gefühl. Es dann auch noch in eine E-Mail zu packen und an einen Verlag zu schicken, ist berauschend. Das ist lange toll, bis zu dem Moment, an dem die Selbstzweifel kommen.

Am 25.08.2019 habe ich mein erstes Manuskript in einem Verlag eingereicht und glaubt mir, meine Gefühle fuhren Achterbahn.

Immer wieder las ich mir die Eingangsbestätigung durch, begutachtete mein Anschreiben, das Exposé und die Kurzvita. Ich habe mich gefreut, aber mich auch gefragt, ob ich verrückt sei.

Einen Monat sollte ich warten, denn irgendwann im September würde die Entscheidung fallen, wer zum Gespräch eingeladen wird und wer nicht. Das war ein Monat des Grauens, denn ich habe so gut wie jeden Tag in mein E-Mail-Postfach geschaut, weil ich immer Angst hatte, eine Rückmeldung zu verpassen. Immer wieder sicherte ich mich ab, dass nichts im Spam-Ordner gelandet ist.

Ungefähr Mitte des Monats postete der Sternensand Verlag ein Update, was mir den Atem geraubt hat. Über 200 Manuskripte sind eingereicht worden. Als ich das gelesen habe, verabschiedete ich mich innerlich von einer Zusage. 200 Manuskripte? Und meines dazwischen?

Ich habe angefangen, mich zu fragen, was an meiner Geschichte besonders ist, womit sie herausstechen könnte. Es ist eine High-Fantasy-Saga mit einem Helden, der zusammen mit Freunden versucht, sein Heimatland von einem Tyrannen zu befreien. Das ist der Grundgedanke, den ich mit meiner Fantasie aufgefüllt habe. Reicht das aus?

Die zweite Monatshälfte zog sich hin. Eine Freundin meinte zu mir, es wäre doch toll, wenn es regelmäßig Updates geben würde, in denen man erfährt: Hey, du bist noch im Rennen. Das wäre tatsächlich sehr witzig gewesen.

Ich habe mich die letzte Woche nur noch abgelenkt und kaum versucht, in mein E-Mails zu schauen. Tatsächlich habe ich es sogar einmal geschafft, zwei Tage nicht zu schauen. Welch ein Erfolg! Blöderweise erhalte ich von BookieDreams auch regelmäßig Nachrichten, die auf meinem Smartphone aufleuchten. Wenn so eine E-Mail kam, war mein Puls auf 180. Ich habe dann immer die obere Leiste heruntergeschoben, in der man den Absender und den Betreff lesen konnte.

Glaubt mir, es blieb bis zum Ende spannend, denn am 30.09.2019 erhielt ich die langersehnte E-Mail. Nichts ahnend schaute ich auf mein Smartphone, schob die Leiste herunter und las:

AW: Manuskripteinreichung Sternensand Verlag

Zu dem Zeitpunkt war ich gerade auf Arbeit, kurz vor der Mittagspause. Nein, Stef, noch nicht lesen. Erst, wenn du zu Hause bist.

5 Minuten habe ich es ausgehalten, dann habe ich die E-Mail geöffnet.

Sehr geehrte Frau Birnbaum,

vielen Dank für die Einreichung Ihres Manuskriptes “Die Allianz der Sonne”.

Als ich den Satz gelesen habe, dachte ich: Okay, das klingt nach einem sehr gewöhnlichen Standardsatz. Das war’s. Doch ich habe weitergelesen und dieser Moment ließ mich alles vergessen.

Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass Ihre Geschichte und Ihre Bewerbung uns sehr gefallen haben und wir Sie gerne zu einem Vorstellungsgespräch auf der Buch Berlin einladen möchten …

Eure Stef

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